SEX & Virtuelle Realität

VR und Sexpuppen bringen Veränderungen

20. Dezember 2018

Björn Lüpke – virtuelle Realität und Sexpuppen verändern die Sexbranche

Wie Sexpuppen, Digitalisierung und virtuelle Realität die Sex Branche in den nächsten Jahren verändern werden! Darüber gibt uns Björn Lüpke, Manager von Lena Nitro und ehemaliger Porno-Darsteller in einem Interview einen Einblick in die Zukunft der Sexindustrie und sagt uns, wo der Weg hin geht und wo die Grenzen sein sollten!

LuG: Hallo Björn, wir kennen dich als Darsteller, du bist aber erwachsen geworden und ins Management und in die Produktion eingestiegen. Von dir würden wir sehr gerne wissen, als alter Hase, wohin geht denn die Reise Sex? Pornografie? Virtuelle Realität? Was sind da deine Erfahrungen?

Börn: Also grundsätzlich, ich habe früher als Darsteller angefangen, aber, wenn man ein bisschen in der Branche ist und mit der Zeit mitbekommt wie sich die Branche ändert, muss man natürlich auch als Darsteller seine Zukunft irgendwie im Blick behalten. Auch für Männer, auch wenn es vielleicht ein anderes Thema als bei Frauen ist, aber es ist ein endliches Thema, vom Alter, irgendwann hat man, vermutlich, so glaube ich geht es mir zumindest, auch nicht mehr so viel Lust sich vor der Kamera sich zu positionieren und man lernt halt auch ganz sehr schnell, dass das große Geschäft hinter der Kamera gemacht wird.

Und wir machen das alles ja nicht nur aus Nächstenliebe, sondern natürlich auch mit finanziellen Hintergedanken. Und dann ist es dazu gekommen, dass man einfach viel mehr Möglichkeiten hat als nur vor der Kamera zu stehen, als wenn man sich mit dem Business hinter der sich beschäftigt und auch das Marketing im Auge behält. Das war der Grund für mich von „vor der Kamera“ in die Managementebene oder mit Erotik Toys, also im Prinzip über den Tellerrand hinaus zu gehen und viel mehr mit dem Business zu machen als nur Filme.

LuG: Also der Tellerrand ist ein wichtiges Stichwort. Wenn man sich die Pornobranche anschaut, die durch das Internet gewachsen ist, wie viel Möglichkeiten da waren und jetzt kommt die nächste Stufe, dass es jetzt in die virtuelle Realität geht. Der Darsteller bzw. Darstellerin zu dir ins Wohnzimmer, ins Schlafzimmer kommt und fast live erlebbar ist.

Björn: Ja, das ist auch für mich ein super Thema, gerade was die Digitalisierung von dem ganzen Erotik Material, Toys, Tools, was es alles gibt, Sexpuppen, automatische Sexmaschinen, Sexmaschinen, die man sich auch aufschnallen kann, in Verbindung mit einer App, die sich dann steuern lassen, vielleicht auch übers Internet, das sind einfach super fantastische Möglichkeiten, die man früher einfach überhaupt nicht hatte.

Es gibt mittlerweile virtuelle Realität, Brillen, ich weiß es von einigen Studios, dass die die Bewegung von den Darstellern mittlerweile „tracken“, um die man dann live auf dem Dildo oder wie soll man sagen auf die Maschine umzumünzen, dass man halt das komplette Immersions Gefühl nicht nur im Kopf hat, sondern auch noch im zweiten Gehirn, sozusagen und das funktioniert mittlerweile immer besser.

Am Anfang war man da skeptisch, wir haben am Anfang auch viel mit VR Produktion gearbeitet und da war es halt am Anfang so, dass die Technik zu groß, zu klobig und zu unbequem war und man natürlich erst mal herausfinden musste, wie benutzt man das, um ein cooles Ergebnis zu liefern und wie schafft man das mit so einer Kamera Technik vor den Augen noch Sex zu haben, auch vom Blickwinkel ist das ein bisschen anders als normale Pornoproduktion sag ich mal.

LuG: Was denkst du, deine Einschätzung, wann wird sich dieses Thema Digitalisierung, virtuelle Realität in der Pornografie durchgesetzt haben?

Björn: Also momentan ist es so, dass eine ganze Menge an Firmen versuchen natürlich ihren Fuß auf den Boden zu bekommen. Meine realistische Einschätzung ist, dass wir noch ein, zwei Jahre brauchen werden bis die Technik klein genug, leicht genug, praktisch genug, anwendbar genug ist, damit nicht nur Technikaffine Leute damit gut klarkommen sondern, dass es einfach halt so gut ist, dass es ein Erlebnis wird und nicht irgendwie ein nur ein Abenteuer, so im Sinne … oh, was muss ich jetzt machen, welchen Knopf muss ich jetzt drücken, die Brille ist zu schwer, ich kann mich nicht bewegen, da hängt ein Kabel dran oder das Gerät vorne, ich will jetzt nicht die ganze Zeit „Fickmaschine“ sagen, aber eigentlich meine ich genau das, die sind einfach noch zu grob und zu klobig.

Dadurch dass es immer schneller wird und die Technik immer kleiner wird, glaube ich ganz fest daran, dass wir in den nächsten zwei drei Jahren vermutlich irgendwelche Anzüge schon haben, die dann vermutlich auch irgendwelche Gefühle übertragen, ob es eine Motor Muschi ist, so nenne ich es mal, oder auch der Dildo, der sich bewegt oder ob das vorgewärmte Sexpuppen sind, die mittlerweile Stimmen haben, die vielleicht mit dem Augen zwinkern oder so etwas … ja für mich ist das eine zweischneidige Sache.

Das kann alles sehr „freakisch“ werden es kann aber auch eine super Erleichterung werden. Da gibt es beide Möglichkeiten.

LuG: Ich glaube auch, dass das für Leute die sehr einsam sind, gehandicapt sind, behindert sind…..

Björn: Ja das ist ein großes Thema, dass die vielleicht auch wenn man diese virtuelle Realität mit tatsächlichen Darstellerin verbindet … der Trend in der Erotik, vielmehr im Porno ist ja, dass es von den super Hochglanz Produktionen mehr ins heimische Wohnzimmer verlagert wird – Stichwort Amateurfilme – da ist ja die Fantasie ein ganz großer Teil von. Die Hochglanz Produktionen, da sind ja perfekte Darsteller, Mädels, Umgebung die super toll sind, die vielleicht aber viel zu krass für die Fantasie von manchen Leuten ist, und wenn jetzt sagen wir mal gehandicapte oder schüchterne Leute sich halt einfach nicht zutrauen Frauen anzusprechen, Männer anzusprechen, ihre Sexualität auszuleben, die haben jetzt vielleicht die Möglichkeit, das es mit dem digitalen Gegenüber zu erleben das so dass die Darstellerin an Ihrem PC sitzt und die Wünsche tatsächlich auch körperlich erfüllen kann und nicht nur die Phantasie anregt.

LuG: Du hast ja auch auf der Messe gesehen, dass die Anzahl der Puppen rasant zunimmt …

Björn: Ja das wird Jahr für Jahr mehr, die Puppen werden immer realistischer muss ich sagen, für mich selber ist es immer schwierig weil ich halt … ich habe keine Probleme mit Frauen, mit der Sexualität oder so. Es ist für mich auch irgendwie anders, mich davor zu stellen, mir das anzusehen und mir versuchen vorzustellen welche sexuelle Befriedigung ich damit haben könnte. Ich glaube aber dass dieser Gedanke ist für mich ein Luxus Gedanke, weil ich dieses Problem einfach nicht habe. Für mich dann davor zu stehen, mir anzugucken und zu bewerten und zu sagen, guck mal das Gesicht sieht ja krass realistisch aus oder die Formen, so kann jeder was er möchte … ausleben, was für mich natürlich und ich weiß es nicht ob das der richtige Platz ist, aber bei den Puppen Herstellern das sollte so … irgendwo eine Grenze sein und die sehe ich leider noch nicht.

LuG: Björn, ein sehr interessantes Gespräch vielen Dank! Ich wünsche Dir weiter viel Spaß, viel Erfolg.

Vielen Dank für das Interview!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.